Hot Pot aus Asien - Was ist das?

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Hot Pot aus Asien - Was ist das?

Raclette, Käsefondue, Schokofondue, Ofenkäse… Da bekommt man schon wieder Hunger. Wir Deutschen sitzen gern gemeinsam beim Essen am Tisch und das lange und ausgiebig. Gerade diese langen Abende sind meistens die schönsten und erinnern uns an Familienfeste, Geburtstage oder Feiertage.

Verschiedene Arten des Hot Pots

Raclette, Käsefondue, Schokofondue, Ofenkäse… Da bekommt man schon wieder Hunger. Wir Deutschen sitzen gern gemeinsam beim Essen am Tisch und das lange und ausgiebig. Gerade diese langen Abende sind meistens die schönsten, erinnern uns an Familienfeste, Geburtstage oder Feiertage.

Heißer Typ

Aus Asien kommt jetzt der Trend des „Hot Pots“. Hier wird ein Feuertopf in die Mitte des Tisches gestellt und frisches Fleisch, Gemüse und vieles mehr in heiße Brühe getaucht. Bei dem Gedanken an die frischen Zutaten und die asiatischen Gewürze strömt uns gleich der Duft von Zitronengras, Sojasoße und Ingwer in die Nase. Lecker!

Aber wenn Du jetzt denkst, es gibt nur DEN einen Hot Pot aus Asien, dann täuscht Du Dich. Es gibt viele verschiedene Arten des Hot Pots aus verschiedenen Ecken Asiens mit ihren ganz eigenen Aromen und Zutaten.

China - der chinesische Huo Guo

Aus welchem Teil Chinas der Huo Guo genau stammt, ist umstritten. Ganz klar ist jedoch, dass die bekannteste Art des Huo Guo am stärksten in Sichuan verbreitet ist.

Zu Beginn war der Huo Guo ein Steinguttopf, der auf schwarzer Eichenholzkohle zum Kochen gebracht wurde. Der Feuertopf wurde aber schnell zum beliebten Gericht in ganz China. Und so wurde zu einem Metalltopf gewechselt und mit Flüssiggas oder auf einer Elektroherdplatte gekocht.

Mittlerweile gibt es einige regionale Spezialitäten:

1
Mala Guo (scharfer Huo Guo): Der scharfe Feuertopf! Der pikante Mala Guo ist in Sichuan und Chongqing beliebt. Mala Guo hatte ursprünglich Magen als Hauptzutat. Heute gibt es aber viele verschiedene Hauptzutaten. Nur die heiße Flamme und das Rezept für die Suppengrundlage haben sich nicht verändert.

2
Shuanyangrou („in Wasser geschwenktes Schafsfleisch“): Im Norden Chinas sehr beliebt, vor allem in den kalten Wintermonaten. Das besondere Aroma erhält die Suppe durch Ingwer und Frühlingszwiebeln. Als Beilage wird sauer eingelegter Knoblauch serviert.

Japan – der japanische Nabemono

Es gibt allerlei verschiedene regionale Nabemono. Bei bestimmten werden Fleisch und Gemüse in einer leichten Brühe gekocht und vor dem Essen in eine Soße getunkt. Bei anderen werden sie in einer Sojasoßen- oder einer Miso-Brühe gekocht.

Die meisten Nabemono sind Eintöpfe und Suppen. Besonders gerne bereiten die Japanerinnen und Japaner das Gericht im Herbst und Winter vor. Nabemono werden auf dem Esstisch mit einem Gaskocher warmgehalten. Der Feuertopf wird am Tisch gekocht und jeder am Tisch kann sich sein Fleisch und Gemüse selbst aussuchen. Wenn beides gekocht ist, holt jeder seins heraus und isst sie mit etwas Soße oder tunkt sie in ein geschlagenes rohes Ei.

Das gesellige Essen gemeinsam am Tisch gehört zum Nabemono dazu. Viele Japanerinnen und Japaner glauben, dass das gemeinsame Essen aus einem Topf Freundschaften stärkt.

Varianten des Nabemono sind unter anderem:

1
Mizutaki: Eine traditionelle Spezialität aus Fukuoka. Hier wird Hühnerfleisch mit anderen Zutaten gekocht und mit einer Soße serviert.

2
Yosenabe: Fleisch, Meeresfrüchte, Tofu, Pilze und Gemüse werden in einer Sojasoßen- oder Miso-Brühe gekocht.

Korea – der koreanische Sinseollo

Der koreanische Feuertopf: Sinseollo. Die Zutaten können ganz individuell zusammengestellt werden. Besonders beliebt sind:

  • Rindfleisch
  • Innereien
  • Eier (auch als Omelett)
  • Gemüse (z. B. Rettich, Karotten, Pilze, Ginkgonüsse usw.)

Thailand – der thailändische Mu kratha

Der Grill des Thai Hot Pots besteht aus einer gewölbten Auflagefläche und einer Suppenrinne. Zum Kochen gebracht wird er durch traditionell mit Kohle. Es gibt zwei sehr bekannte und beliebte Varianten des thailändischen Mu kratha:

1
Tom Yum Goong (scharfsaure Garnelensuppe): Garnelen mit Fischsoße, Limettensaft, Zucker, Chilischoten, Koriander und Galgant in einer Brühe aus Curry und Wasser

2
Thai Suki: Gemüse und Meeresfrüchte werden in einer heißen Suppe geblichen und in eine scharfe würzige Soße getunkt.

Deutschland – Fertiggericht und Gefäß

1. Feuertopf als Fertiggericht
Hierbei verstehen wir hier in Deutschland einen scharf gewürzten, aufgekochten Eintopf. Den kannst Du auch im Supermarkt als Fertiggericht in der Dose kaufen. Dieser Eintopf wird hierzulande auch als mexikanischer Feuertopf bezeichnet. Eigentlich seltsam, denn der Eintopf ist so in Mexiko nicht bekannt. Die Zutaten bestehen normalerweise aus Bohnen, Mais, Gemüse und Fleischwurst.

2. Feuertopf als Gefäß
Wir bezeichnen mit dem Feuertopf eigentlich den Feuerkochtopf (Dutch oven). Das kommt daher, dass der Hersteller Petromax seine gusseisernen Kessel als Feuertopf bezeichnet. Wie so oft hat sich der Name Feuertopf von der Marke gelöst. Deshalb nennen wir den Dutch Oven auch heute noch Feuertopf.

Zu welchen Anlässen wird der Hot Pot gegessen?

Als heißes, herzerwärmendes Gericht wird der Hot Pot in allen Teilen der Welt am liebsten in der herbstlichen und winterlichen Zeit gegessen. Kurz gesagt: Wird es langsam kühler draußen, raus mit dem Hot Pot!

In Asien wird der Hot Pot aber auch das ganze Jahr über. Gerade in den südostasiatischen Ländern, in denen es fast durchgehend warm ist, werden generell warme Gerichte gegessen: von Frühstück bis Abendessen.

Auch zu größeren oder kleineren Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten oder größeren Familienzusammenkünften ist der Hot Pot sehr beliebt. Das Gericht schmeckt in einer geselligen größeren Runde noch viel besser! Und ein Vorteil ist: Jeder einzelne kann sich selbst aussuchen, was er in den Topf werfen möchte.

Was darf beim klassischen Hot Pot nicht fehlen?

Fleisch und Fisch

  • Schweine-, Rind- und Lammfleisch
  • Heilbutt, Lachs
  • Fleisch-/Fisch-/Garnelenbällchen
  • Surimi (feste Masse aus zerkleinertem Fisch)
  • getrocknete Speckkrusten
  • Hummer
  • Krebs
  • Muscheln
  • Tintenfisch/Oktopus

Gemüse

  • Pak Choi
  • Spinat
  • Speisechrysantheme
  • Chinakohl
  • Lotuswurzel
  • Kartoffel und Süßkartoffel
  • Nadelpilze
  • Austernpilze
  • Shiitake-Pilze
  • Shimeji-Pilze

Tofu und Nudeln

  • mittlere oder feste Tofu (kein Seidentofu, der zerfließt in der Suppe)
  • getrocknete Tofustangen
  • frittierter Tofu
  • frittierte Gluten-Bällchen
  • Reis-, Glas-, Weizennudeln

Welche Dips bieten sich an?

Deine Dips kannst Du Dir ganz individuell zusammenstellen. Es geht schnell und einfach mit den passenden Zutaten. Hier ist eine Zutatenliste für Dich, aus denen Du Dir deine persönlichen Dips zusammenmischen kannst. Und nicht vergessen: Kreativ werden und immer wieder nachschmecken!

  • frischer Koriander
  • gehackter Knoblauch
  • Frühlingszwiebeln/Schnittlauch
  • chinesische Sesampaste
  • Sojasoße
  • Sesamöl
  • Chili-Öl oder Chiliflocken
  • geröstete, gehackte Erdnüsse
  • fermentierter Tofu
  • Reisessig
  • Erdnussbutter
  • Sha Cha Soße

Falls Du noch etwas mehr Inspiration brauchst: Wie wäre es mit einem einfachen Sesampasten-Dip aus Sesampaste, Wasser und Salz? Passt zu jedem Hot Pot und geht super schnell.

Wer es nochmal schärfer mag, kann sich an eine Chili-Knoblauch-Soße wagen. Einfach klein gehackten Knoblauch entweder mit Chiliflocken oder klein geschnittenen Chilischoten mischen. Danach mit Sesamöl und Sojasoße abschmecken. Und tada! Der pikante Dip ist ready.

Deiner Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Probier Dich aus und kreiere einen Dip mit Deiner persönlichen Note.

Wie viel muss ich pro Person einrechnen?

Beim traditionellen Hot Pot ist es schwierig, genaue Mengenangaben pro Person zu machen. In China und weiten Teilen Asiens werden mehrere Gerichte mittig auf dem Tisch serviert. Jeder nimmt sich von allem ein wenig und legt es in seine kleine separate Schüssel. Es gibt keine individuellen Portionen. Je mehr Personen am Tisch sitzen, desto mehr wird serviert.

+
2-4 verschiedene Fleisch und Meeresfrüchte
+
2-3 Gemüse
+
3-4 verschiedene Tofusorten
+
2-3 Pilzsorten und Nudeln

Welche Brühen gibt es?

Wahrscheinlich tausende! Denn neben traditionellen Brühen gibt es eigene Kreationen: von einer intensiven Fleischbrühe bis hin zur veganen oder vegetarischen Brühe mit viel Grünpower!

Besonders beliebt sind die helle und scharfe Brühe. Die milde oder auch helle Brühe ist im Handumdrehen fertig. Du benötigst nur:

1
ein kleines Stück Ingwer
2
2 Knoblauchzehen
3
2 Shiitake-Pilze
4
2 Datteln
5
15 Goji-Beeren
6
750 ml Brühe

Das kommt alles in einen Topf. Danach gießt Du 500-750 ml Rinderbrühe auf und bringst alles zum Kochen. Die helle Brühe ist perfekt für Dich, wenn Du mal relativ schnell einen Hot Pot zusammenstellen willst.

Die scharfe Brühe ist etwas aufwendiger. Aber lass Dir gesagt sein: Es lohnt sich! Dafür brauchst Du erst einmal eine Paste. Die verleiht der Brühe erst das intensive, scharfe und würzige Aroma. Die kannst Du super easy selbst zusammenmischen. Grundsätzlich brauchst Du auf jeden Fall getrocknete Chilischoten, Knoblauch, Ingwer und Chilibohnenpaste. Alle restlichen Gewürze kannst Du Dir nach Deinem Geschmack zusammenstellen. Sobald Du Deine Paste fertig hast, kannst Du sie in den Topf geben und mit 750 ml Brühe aufgießen und aufkochen. Bleibt dann nur zu sagen: Bon Apétit!

Geeignete Ernährungsformen beim Hot Pot

Der Hot Pot ist ein überaus gesundes und leichtes Gericht. Es werden fast ausschließlich frische Zutaten und Lebensmittel sowie super viel Gemüse verwendet. Auch mageres Fleisch wie Lamm, Huhn und Rind versorgen Dich nicht nur mit viel Eiweiß, sondern auch mit wichtigen Mikronährstoffen wie Eisen und Vitamin B12.

Und weil der Hot Pot so vielseitig ist, ist er für fast alle Ernährungsformen geeignet:

  • Carnivore
  • Vegetarier
  • Veganer
  • laktosefreie Ernährung
  • glutenfreie Ernährung
  • Pescetarier
  • Flexitarier

Man muss lediglich darauf achten, die jeweiligen No-Go-Zutaten wegzulassen und alles ist paletti. Vegetarier? Einfach das Fleisch weglassen und eine reine Gemüsebrühe vorbereiten (dabei aber großzügig würzen!). Fleischesser? Bereite eine aromatische Fleischbrühe vor und serviere dazu leckeres, dünn geschnittenes Fleisch deiner Wahl. Laktose- und glutenfrei ist die Brühe sowieso. Aber wie gesagt: Es hängt immer davon ab, welche Gewürze und Zutaten Du für die Brühe verwendest. Sie ist so wandelbar, wie Du es möchtest.

Es muss also beim nächsten Weihnachts- oder Silvesterfest nicht schon wieder Gans mit Rotkohl und Klößen oder Kartoffelsalat mit Würstchen sein. Überrasche deine Familie und Freunde dieses Jahr mal mit einem exotischen Hot Pot. Was Neues ausprobieren hat noch nie geschadet. Und deine Leute werden ganz sicher begeistert sein!

Checkliste für den Einkauf

Ausstattung

  • großer Topf
  • Gasbrenner oder Kochplatte
  • kleine Schüsseln und Schöpflöffel (für jede Person)

Brühe

  • Pilze
  • Ingwer
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • Gemüse-/Fleischbrühe (Pulver)
  • Pfeffer
  • Sternanis
  • alles, was dir sonst noch schmeckt

Dip

  • Sesampaste
  • Chiliflocken
  • Knoblauch
  • Koriander
  • Sojasauce
  • alles, was Dir sonst noch schmeckt

Fleisch und Fisch

  • Schwein
  • Rind
  • Huhn
  • Lamm
  • Garnelen
  • Tintenfisch
  • Muscheln
  • alles, was Dir sonst noch schmeckt 

Gemüse

  • Pak Choi
  • Chinakohl
  • Tofu
  • allerlei Pilze
  • Spinat
  • alles, was Dir sonst noch schmeckt

Nudeln

  • Reisnudeln
  • Weizennudeln
  • Glasnudeln

Der Hot Pot für Zuhause

Der klassische chinesische Hot Pot wird mit Sud, einer Art Brühe, gefüllt. Diese Flüssigkeit kann natürlich immer variieren. Kokosmilch, Brühe, Butter, Bohnensoße – es gibt tausend verschiedene Geschmäcker. Das Prinzip des Hot Pots ist gar nicht so schwer. Probier’s doch auch mal zu Hause aus:

1
Du brauchst einen beheizbaren Topf, z. B. einen Fonduetopf oder einfach eine kleine Elektroplatte, die in die Mitte des Tisches gestellt wird.
2
Jeder wird mit einem Schöpflöffel ausgestattet, womit er die schwimmenden Köstlichkeiten rausfischen kann. Die richtigen Könner nutzen dafür natürlich eigentlich Stäbchen.
3
Dann wird die Brühe im Topf erhitzt.
4
Alle Zutaten, egal ob Fleisch, Fisch, Tofu, Nudeln oder Gemüse kommen in rohem Zustand auf den Tisch.
5
Wenn es los geht, schmeißt einfach jeder nach Belieben die Zutaten in den Topf. Aber Achtung! In China gilt nicht die Regel “Wer rein schmeißt, isst”, sondern leider „Alle schmeißen rein und essen was gar ist“. Schnell sein, lohnt sich also!
+
Noch als kleiner Tipp: In Deinem Asia-Supermarkt des Vertrauens findest Du sogar Fertigmischungen für die Brühe. Jetzt heißt es nur noch: reinwerfen, warten und schlemmen!